titel4.jpg
Ausstieg gleich Abstieg… PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 04. Januar 2011

Tognum beendet Brennstoffzellenaktivitäten…

Brennstoffzelle an BKK-Gebäude
dürftiger Pioniergeist, unsere Gründungsväter würden sich schämen…


Tognum beendet Brennstoffzellenaktivitäten…


Mit dieser dürren Unternehmensnachricht beerdigte Tognum kurzerhand Ihre Zukunftstechnologie. Die Brennstoffzelle für die stationäre Energieversorgung sei nicht kommerzialisierbar, heißt es kurz und bündig in der internen Pressemeldung.

Experten der Marktszene schütteln den Kopf, sie wundern sich dass der Technologieführer Tognum diese Zukunftssparte ohne erkennbare Not aufgibt. Ein Unternehmen  in dieser Größe muss sich solche Forschungs- und Entwicklungskosten leisten können, heißt es in gut unterrichteten Kreisen. Das Wirtschaftsministerium wäre auch weiterhin bereit gewesen, diese Technologie in Millionenhöhe zu fördern.

Diese Unternehmensentscheidung ist eine rein kapitalorientierte, renditefixierte Entscheidung ohne Risikobereitschaft.

Wenn alle Unternehmen mit Zukunftstechnologien so handeln würden, wäre ein Fortschritt nicht mehr möglich.

Diese Entscheidung ist schwach und lässt für die Zukunft des Unternehmens nichts Gutes ahnen.

Die Risikobereitschaft  der Beschäftigten von CFC Solutions ist da wesentlich ehrenhafter als die der Unternehmenslenker.  Sie hat Mehrarbeit geleistet, ohne diese bezahlt zu bekommen. Es ist bezeichnend, dass in der internen Pressemeldung kein Wort über diese Rettungsversuche und das Schicksal der 93 Beschäftigten  von CFC Solution verloren wird.

Es gibt noch mehrere Ungereimtheiten.

Warum musste jetzt so schnell über das Aus entschieden werden?

Es ist zum Beispiel seltsam, dass diese angebliche kurzfristige Entscheidung des Aufsichtsrates zum Ausstieg aus der Brennstoffzelle laut Zeitungsberichten, allein von der Absage eines asiatischen Kooperationspartners am 28.12.2010  ausgelöst  wurde.

Da passt es nicht, dass der Betriebsrat von CFC Solution zwei Tage vor Weihnachten, also am 22.Dezember, noch schnell einem Sozialplan hätte zustimmen sollen.

Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine börsenrelevante Inszenierung zum Jahresanfang 2011 handelt. Wahrscheinlich wurde darauf spekuliert, dass diese Nachricht über die Feiertage in der Börsenwelt keine Verunsicherung  auslöst und damit der Kurs der Tognum - Aktie negativ beeinflusst wird. Auch die Kunden wie z.B. die TWF wurden von diesem Schritt völlig überrascht

Schamhaft wird auch das knappe Abstimmungsergebnis im Aufsichtsrat  verschwiegen. Bei dieser Abstimmung hat nämlich die fast komplette Arbeitnehmerbank gegen die Liquidation von CFC Solutions gestimmt.

In der Unternehmensnachricht werden die Aktionäre mit dem Hinweis auf eine  Beibehaltung der Dividendenpolitik beruhigt. Auch die 60 Millionen Abwicklungskosten beeinträchtigen die angekündigten Ebitmarge nicht.

Für die Aktionäre ist demnach alles in Ordnung.

Aber was wird aus den 93 Beschäftigten in Ottobrunn? Können die auch mit einer kalkulierten, gesicherten und durchgerechneten Zukunft rechnen?

 

Die Arbeitnehmer  und die Betriebsräte sind gut beraten diesen Unternehmenslenkern genau auf die Finger zu schauen.

Wir werden einem Ausschlachten des Unternehmens aus Profitgründen nicht tatenlos zuschauen.

Sich auf dem Papier zur sozialen Verantwortung zu bekennen, ist das eine, sie zu leben, das andere.

 

Die Redaktion der SÜDKÜSTE


  Zurück zur vorherigen Seite
Impressum  •  Kontakt  •  Gestaltung und Programmierung: Südsicht